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Haare als Erinnerung

Reliquien und Fotografien - Medien der Erinnerung
hochzeitserinnerung Erinnern und erinnert werden sind grundlegende menschliche Bedürfnisse. Medien können dabei helfen.
Das Bild links ist ein Beispiel, wie dies Ende des 19. Jahrunderts gemacht wurde. Hier haben wir den Übergang zwischen Erinnern mit Reliquien und mit Fotografiene
In der Mitte des ovalen Rahmens ist ein ovales Proträt, dieses ist umgeben von einem vergoldeten Rahmen und geschmückt mit künstlichen "Blumen". Diese Blumen sind mit Hilfe feiner Drähte aus den Haaren der porträtierten Frau gemacht. Von einer Friseuse, wie ein Vermerk auf der Rückseite zeigt. Es handelt sich also um keine Einzelerscheinung.
Dieses Arrangement aus zwei Ringen aus Haaren und Efeublättern aus Papier stammt von 1872 - ist also einige Jahrzehnte älter als das Beispiel mit dem Porträt.
Auf der Rückseite des Rahmens klebt ein Zettel (siehe unten), der einen Hinweis auf die Nutzung gibt.
Hier handelt es sich eindeutig um Reliquien, die dazu dienen sollen, die verstorbenen  Verwandten nicht zu vergessen. Die Haareringe erinnern an die "Ehe" und der immergrüne Efeu steht für das ewige Leben.

Haare unserer lieben
Eltern sel.
Franz u. Walburga
Krönner Moosburg
r. i. F. 1872
(r.i.F. bedeutet vermutlich ruhet in Frieden)
Überlegen Sie:
Warum wurde das obige Porträt mit Haaren verziert?
Für wen könnte das Bild bestimmt gewesen sein?
Warum eignen sich gerade Haare für diesen Zweck?
Welche Beispiele für einen ähnlichen Bild-/Reliquiengebrauch kennen Sie aus heutiger Zeit? Sammeln Sie Beispiele in Ihrer Familie und bei Bekannten.