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Schülerarbeiten als Werke

Kunstparadigma Kunst als besondere Erkenntnismethode Das für den Kunstunterricht und in weiten Teilen auch die Bildnerische Erziehung geltende Paradigma ist die Kunst. Die Kunstpädagogik, so wie wir sie heute vor allem in Deutschland vorfinden, hat sich in der Phase des ästhetischen Kunstparadigmas entwickelt. Hier herrscht gemäß des modernen Kunstbegriffs (ab 2. Hälfte 18. Jahrhundert) die Idee, der besonderen Wahrheit, die sich in den Kunstwerken der bildenden Kunst manifestiert und äußert. Der Kunst wird eine besondere Form der Erkenntnisgewinnung zugeschrieben und diese wird erreicht bei der Herstellung des Werkes. Das Werk ist also nicht nur die Illustration einer wie auch immer zustande gekommenen Erkenntnis, sondern das Verfassen des Werkes selbst ist eine Erkenntnismethode.
bildnerisches Denken
SchülerInnen lösen selbstständig bildnerische Aufgaben
autonome Bilder
In der Kunstpädagogik zeigt sich diese Idee in Schlagworten wie „Erziehung durch Kunst“ oder „bildnerisches Denken“ verschiedene AutorInnen verwenden dafür auch „ästhetisches Lernen" oder "ästhetische Erfahrung“.  Thomas LEHNERER hat 1994 sein Buch Methode der Kunst herausgebracht. Wer es nicht ganz so umfassend und ganzheitlich will, der sagt, durch Zeichnen und Malen würde die Wahrnehmung geschult und entwickelt. Auch hier genügen sich die Bilder selbst, sie werden nicht für irgendeinen Zweck verwendet - etwa, um jemanden über das Aussehen einer Blume oder einer Landschaft zu informieren oder einen Platz an der Wand zu schmücken.
Kunstunterricht zieht daraus die Konsequenz und stellt den Schülerinnen und Schülern bildnerische Aufgaben, die diese möglichst selbstständig lösen müssen/sollen. Die Werke und das Machen der Werke sind Mittel und Ziel des Lernens. Die Bilder genügen sich selbst. Sie werden wie Kunstwerke behandelt und an den Wänden der Schulgebäude auch so ausgestellt. Gerahmt, mit Passepartout, höchstens mit Namen und Titel versehen. So wie sie ausgestellt werden, verbergen sie sogar, dass sie einmal Gegenstände des Unterrichts waren. Vielen Schülerinnen und Schülern wird dabei auch oft nicht bewusst, dass sie etwas gelernt oder gar neue Erkenntnisse gewonnen haben
"Das habe ich gelernt." Peter Körner aus Salzburg schlägt daher vor, man solle die Schülerinnen und Schüler dazu veranlassen, ihre Arbeiten mit einem kurzen Text zu versehen, auf dem sie vermerken, was sie speziell bei dieser Arbeit gelernt haben.
Das hat einige positive Effekte:
Den Schülerinnen und Schülern wird ihr Lernen bewusst
Die Arbeiten werden als das gesehen, was sie sind – Übungen.
BetrachterInnen sehen, dass in der Bildnerischen Erziehung etwas gelernt wird.
Die Arbeiten lassen sich anders einordnen und beurteilen.