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gute Gestaltung

im traditionellen Kunstunterricht können alle möglichen Phänomene zum Gegenstand von Unterricht werden, solange sie eine wie auch immer geartete ästhetische Qualität aufweisen können.
siehe dazu:
gute Kunst 2001 (pdf)

mit der kunst auf den holzweg (pdf)

how we understand art (pdf)
Der traditonelle Kunstunterricht ist in der Zeit des ästhetischen Paradigma der Kunst entstanden.dass ästhetische Paradigma beinhaltet die Auffassung, die Eigenschaft von Kunst bestehe in einer besonderen ästhetischen, formalen Qualität. Unter dieser Voraussetzung ist es nicht das Kunstsystem, was darüber befindet, was Kunst ist und was nicht, sondern die Eigenschaft des Werkes, nämlich dessen Qualität. So gesehen können Gestaltungen, die nicht im Bereich der Kunst entstanden sind, aufgrund ihrer ästhetischen Qualität als Kunst verstanden werden. Ähnliches ist auch mit bildnerischen Äußerungen aus so genannten primitiven Kulturen oder mit Kinderzeichnungen möglich. Man spricht von afrikanischer Kunst oder von Kinderkunst.
So gesehen konnte der traditionelle Kunstunterricht alle Erscheinungen, die nicht dezidiert zur Kunst gerechnet werden können oder müssen, zum Gegenstand des Unterrichts machen, solange sie wie erwähnt den Qualitätskriterien entsprechen.
Nun wissen wir heute, dass ästhetische Qualität keine Eigenschaft von Gegenständen ist, sondern eine persönliche oder soziale Einschätzung. Unterricht, der sich nur auf gute Gestaltung stützt und so genannte schlechte Gestaltung nur als Negativbeispiel zum Gegenstand macht, gerät unter dem Verdacht, Geschmacksunterricht unter Geschmackserziehung zu sein. Und damit die feinen Unterschiede zu befördern. es gilt: "Dem einen sein Uhl, ist dem andern sein Nachtigall".
Franz Billmayer, 28. September 2007